06.12.2018 ‐ Presse

Oberbank steuert erneut 'herausragendes' Jahresergebnis an

Ertragslage in den ersten 3 Quartalen noch einmal verbessert - Weitere Filialexpansion - Rahmenbedingungen zuletzt schwieriger geworden

Die börsennotierte Oberbank steuert ein erneut "herausragendes" Jahresergebnis an. Sie hat in den ersten drei Quartalen ihren Gewinn noch einmal verbessern können. Der Überschuss vor Steuern wuchs um 16,2 Prozent auf 212,4 Mio. Euro, nach Steuern um 17,2 Prozent auf 181,1 Mio., wie die Bank am Freitag bekannt gab.

 

Laut Generaldirektor Franz Gasselsberger haben drei Bereiche dazu beigetragen: Das Zinsergebnis stieg im Jahresvergleich um 4,4 Prozent auf 247,6 Mio. Euro. Die Beteiligungen warfen 68,4 Mio. Euro ab, das ist ein Zuwachs von 28,5 Prozent. Das Provisionsergebnis lag mit 119,3 Mio. Euro um 15,3 Prozent über dem Vorjahr.

 

Das Kreditvolumen hat bei der Oberbank um 8,3 Prozent auf 15,7 Mrd. Euro zugenommen. Die Kommerzkredite machen 12,5 Mrd. Euro aus - plus 8,4 Prozent. Die Finanzierungen von Investitionen verzeichneten ein Plus von 9,2 Prozent auf 9,1 Mrd., die Betriebsmittelfinanzierungen wuchsen um 6,6 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Die Privatkredite legten um 7,8 Prozent 3,2 Mrd. Euro zu. Trotz des über dem Branchenschnitt liegenden Kreditwachstums war das Risiko in den ersten drei Quartalen 2018 anhaltend günstig. Die Vorsorgen wurden gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 um 37,2 Prozent auf 4,6 Mio. Euro verringert.

 

Auf der Einlagenseite machen sich die Niedrigzinsen einmal mehr bemerkbar: Die Anleger meiden Bindungsfristen und bevorzugen täglich fällige Sichteinlagen. Die Spareinlagen, Konten und das Online-Sparen legten um 1,7 Prozent auf 5 Mrd. Euro zu, die Sicht- und Termineinlagen um 5,5 Prozent auf 8,8 Mrd. Die Primäreinlagen wuchsen um 3,7 Prozent auf 13,6 Mrd. Euro. Inklusive der Wertpapiere auf Kundendepots - plus 7,3 Prozent auf 16,1 Mrd. Euro - nähern sich die gesamten betreuten Kundenvermögen mit 29,7 Mrd. Euro - das ist ein Zuwachs um 5,6 Prozent - schon der 30-Mrd.-Marke.

 

Die Bilanzsumme ist um 2,5 Prozent auf 21,3 Mrd. Euro gewachsen. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 51,63 auf 49,7 Prozent. Die Kernkapitalquote ist im Jahresabstand von 15,77 auf 16,04 Prozent gestiegen, die Gesamtkapitalquote von 18,38 Prozent ist nahezu unverändert und übertrifft damit die gesetzlichen Eigenmittelanforderungen deutlich. Das Eigenkapital hat um 330 Mio. Euro auf 2,76 Mrd. Euro zugenommen.

 

Die Oberbank setzt weiter auf Filialexpansion. Heuer wurde je eine in Hanau in Hessen und Prag eröffnet. Sechs in Deutschland - in Baden-Württemberg und Bayern - sowie zwei in Wien und eine in Budapest sollen noch bis Jahresende folgen. Dann beträgt die Gesamtzahl 170. Der Mitarbeiterstand wächst entsprechend mit. In den ersten drei Quartalen stieg er von 2.050 auf 2.093. Die neu eingeräumten Kommerzfinanzierungen - 3,4 Mrd. Euro/plus von 22,6 Prozent - verteilen sich auf alle Märkte. Das Oberbank-Kerngebiet Wien-Oberösterreich-Salzburg hat daran einen Anteil von 65 Prozent, Deutschland 15 Prozent und Tschechienplus die Slowakei 20 Prozent.

 

Bei der Vorhersage des Gesamtjahresergebnisses ist Gasselsberger wie immer vorsichtig. Es sei jedoch zu erwarten, dass die Bank das "herausragende" Vorjahresergebnis heuer erneut erreichen beziehungsweise sogar übertreffen werde. Dies würde die Feier "150 Jahre Oberbank" am kommenden 9. Jänner schmücken. Aber die hohen Zuwachsraten der ersten 3 Quartale könnten nicht einfach hochgerechnet werden und die Rahmenbedingungen seien zuletzt schwieriger geworden: Unter anderem leicht abgekühlte Hochkonjunktur, Handelskonflikte, Staatsverschuldungen, Brexit, höhere Rohstoff- und Energiepreise, Fachkräftemangel und zum Teil selbst verschuldete Schwierigkeiten der deutschen Autoindustrie. Mit Spannung warte die auch in Österreich ansässige Zulieferkette darauf, ob dort die Bänder nach Weihnachten normal anlaufen oder etwa die Werksferien verlängert werden.

 

Quelle: APA - Austria Presse Agentur, 30.11.2018