28.08.2019 ‐ Finanzmarkt aktuell

Donald Trump lenkt im Handelskonflikt mit China ein und Boris Johnson einigt sich mit der EU.

Ja, bei diesem Titel dieses „Finanzmarkt Aktuell“ handelt es sich zurzeit noch um „fake news“. Aber ist es nicht so, dass auch Sturköpfe einmal einlenken können? In dieser Ausgabe wollen wir die positiven Szenarien und deren Auswirkungen beleuchten.

USA

 

Stellen wir uns vor, Donald Trump zieht einmal Zwischenbilanz und stellt fest, dass sein angezettelter Handelskrieg mit China auch für die USA kontraproduktiv ist. Eine Talfahrt der US-Wirtschaft kann er sich nicht leisten, denn er will die kommende Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr wieder für sich gewinnen. Dafür hat er auch schon einiges investiert, denn im Staatshaushalt 2020 klafft wahrscheinlich ein Loch von einer Billion US-Dollar (1.000.000.000.000 USD) oder ca. 3.000 US Dollar pro AmerikanerIn. Dann sind da noch die geschätzten 580 US-Dollar weniger Einkommen pro Haushalt durch den Handelskonflikt, schätzt das unabhängige Budgetbüro des Kongresses.

 

Trump sieht ein, dass die auferlegten Zölle auf chinesische Waren den amerikanischen Firmen schaden und somit auch den Konsumenten, aufgrund verteuerter Endprodukte. Die Einführung der 10%igen Sonderzölle auf chinesische Waren wie Laptops, Mobiltelefone, Videospiele, etc. kommt erst ab Mitte Dezember, um das US-Weihnachtsgeschäft zu retten. Nachdem die chinesische Regierung neue Strafzölle auf US-Importe ankündigte, drohte der US-Präsident jedoch mit einer Erhöhung aller bisher auferlegten Strafzölle um jeweils weitere fünf Prozentpunkte.

 

Nehmen wir an, Trump kommt zur Einsicht den US-Währungshütern zu vertrauen die richtigen Schritte für die US-Wirtschaft zu setzen. Immer wieder machte Trump der amerikanischen Notenbank Druck, den Leitzins stärker und schneller zu senken. Dies brachte die FED in eine Zwickmühle, denn das Agieren von Trump führte zu einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung. Eine der wichtigsten Grundlagen der Notenbank ist allerdings die politische Unabhängigkeit. Aufgrund der rückläufigen Konjunktur hat die FED den Leitzins im letzten Monat um einen Viertelprozentpunkt reduziert. In der Rede von Fed-Chef Powell in Jackson Hole blieb offen, ob weitere Zinssenkungen geplant sind. Aktuell werden an den Finanzmärkten zwei bis drei Zinsschritte erwartet.

 

Dem US-Dollar würde die Gewissheit über eine unabhängige Notenbank Auftrieb geben. Er könnte gegenüber dem Euro weiter aufwerten; mit Kursen bis unter 1,1000.

 

Wandel im Brexit-Chaos?

 

Stellen wir uns vor, Premierminister Boris Johnson ändert seine Meinung und führt das Vereinigte Königreich nicht ohne Abkommen aus der Europäischen Union. Dann bleiben den Bürgern im UK Engpässe bei Lebensmitteln, Benzin, Medikamenten und steigende Preise erspart. Es gibt kein Chaos an den Häfen und keine Unterbrechung der Handelsströme und der Lieferketten. Durch die im Vertrag von Vorgängerin Theresa May und der EU ausgehandelte Backstop-Regelung bleibt die harte Grenze zwischen dem EU-Land Irland und der britischen Provinz Nordirland aus. Dies verhindert Zollkontrollen und somit ein Wiederkehren der Gewalt, wie damals vor dem Nordirland-Friedensabkommen von 1998.

 

Für das Britische Pfund würde das eine Entlastung bringen und es würde gegenüber dem Euro auf Werte um die 0,8700 aufwerten.

 

Jetzt kennen Sie die beiden Szenarien, wenn sich alles zum Positiven wendet. Wie es wirklich kommt, wird die Zukunft weisen.

Das Gute an beiden Szenarien – Sie können sich gegen die Devisenrisiken absichern.

 

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