14.07.2020 ‐ Finanzmarkt aktuell

Schafft China ein starkes zweites Quartal? Diese Woche liefert Antworten.

Am 16.7.2020 wird es spannend. An diesem Tag werden die Wachstumszahlen für das 2. Quartal aus China veröffentlicht. Nach einem Einbruch von -9,8% (Quelle: Bloomberg) für das 1. Quartal 2020 gehen die Hochrechnungen für das 2. Quartal 2020 von einem Wachstum von über 9% aus. Hat China die Pandemie überwunden? Wo stecken die Sorgen bzw. Probleme für Chinas Wirtschaft?

Bereits die Märzdaten zeigten einen positiven Trend in der Industrieproduktion. Die Produktionskapazitäten wurden wieder hochgefahren. Die gestiegene Rohstoffnachfrage bestätigt die positive Entwicklung in China. Indikatoren wie der Einkaufsmanagerindex, als auch der Dienstleistungsindex sind wieder auf Werte von über 50 Punkte gestiegen. Werte über 50 signalisieren Zuversicht für die künftige Geschäftsentwicklung. Die Daten der letzten Monate stimmen optimistisch, dass China die Auswirkungen des Lockdowns im 2. Quartal wieder wettmachen konnte. Zuversichtlich – betreffend volkswirtschaftlichen Schaden – stimmt auch die Tatsache, dass die Regierung in China schnell bei lokalem Auftreten von Covid-Verdachtsfällen reagiert. Der jüngste Ausbruch scheint eingedämmt zu sein.

 

Die Herausforderung für die chinesische Regierung ist das Rad am Laufen zu halten. Es ist unbestritten, dass das Wachstum Chinas in den letzten Jahrzehnten nicht nur die Staatsschulden, sondern auch den Schuldenberg der Haushalte und Unternehmen wachsen ließ. Gemessen am BIP haben die Gesamtschulden bereits 2019 ein Verhältnis von über 300% vom BIP erreicht (Quelle: Bloomberg).

 

Ob Unternehmen im Umfeld einer globalen Pandemie weiterhin hohe Investitionen tätigen, bleibt fraglich. Vielmehr wird der Trend der chinesischen Unternehmen sein, die Schuldenquote zu senken. Ohne Eingreifen der Regierung durch stützende Konjunkturprogramme geht diese Taktik auf Kosten des Wachstums. Weniger Wachstum bedeutet aber auch für die Landbevölkerung, hier die Wanderarbeiter, einen herben Einkommensverlust, was letztendlich auf den Konsum drückt und für Unruhen sorgen könnte. Diese Brücke, zwischen Investitionen und Schaffen von Arbeitsplätzen auf der Unternehmerseite auf der einen und die richtige Dosis an Konjunkturhilfen durch die Regierung auf der anderen Seite, gilt es zu schlagen.

 

Die nächsten Monate werden zeigen ob die Regierung Pekings im aktuellen Fahrwasser die Segel richtig setzt. Die monatlichen Wirtschaftsdaten werden im Rückspiegel zeigen, ob richtig navigiert wurde und ob der Kurs beibehalten werden kann. Derzeit scheint China auf Kurs zu sein.

 

 

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