02.08.2018 ‐ Finanzmarkt aktuell

Euro/US-Dollar im Trump-Blues

Löst US-Präsident Trump einen Wirtschaftsabschwung aus? EUR/USD ist hin und hergerissen zwischen drohenden US-Handelszöllen, Inflationsbeschleunigung und einer apathischen Europäischen Zentralbank.

Im Juni hat die US-Notenbank mit einer zweiten Zinsanhebung um 0,25% für 2018 nachgelegt. Der Leitzinssatz hat nun mit der Bandbreite 1,75% - 2,00% fast neutrales Terrain erreicht. Zwei weitere Zinsanhebungen wurden für 2018 signalisiert. US-Präsident Donald Trump zeigte sich im Juli „nicht glücklich“ über die Zinserhöhungen der US-Notenbank. Die Kapitalmärkte hingegen blieben von den Anhebungen unbeeindruckt und stagnieren. Die US-Zinskurve wird flacher bis invers und scheint um 3,00% begrenzt. Das trotz eines US-BIP-Wachstums von auf das Jahr hochgerechneten 4,10% im 2. Quartal. Sind das die ersten Anzeichen für einen bevorstehenden Wirtschaftsabschwung?

 

Dazu könnten mögliche US-Strafzölle gegenüber langjährigen Wirtschaftspartnern beitragen (China, EU, Kanada…). US-Präsident Trump ist hier der lautstarke Taktgeber. Folglich könnte die US-Inflation über eine Preisspirale überschießen und die US-Notenbank mit überhasteten Zinsanhebungen die Wirtschaft ausbremsen. Oder alleine die Angst vor den Auswirkungen der US-Strafzölle führt zu einem globalen Wirtschaftsabschwung. Jedenfalls würden beide Szenarien den USD auf kurze Sicht stärken.

 

In Europa hingegen lässt man sich mit der ersten Zinsanhebung weiterhin Zeit. Laut EZB-Präsident Mario Draghi werden die Leitzinsen bis in den Sommer 2019 unverändert bleiben. Das hält vorerst die Stärke des Euro im Zaum und EUR/USD in der Bandbreite von 1,1500 – 1,2000. Obwohl sich die EZB auf ihrer letzten Sitzung im Juli bezüglich des Wirtschaftswachstums in der EU optimistisch gab, nähert sich die Inflation im Schneckentempo der EZB-Zielmarke von 2,00% an. Mit dem mächtigen Anleiheankaufprogramm und der Nullzinspolitik im Rucksack könnten der EZB im Falle einer überraschenden Rezession in Sachen Geldpolitik aber die Hände gebunden sein.

 

Sommeraussichten: EUR/USD sollte zwischen 1,1300 – 1,2000 pendeln.

 

Chartpunkte: Unterstützungen: 1,1310 und 1,1450. Widerstände: 1,2000 und 1,2090.